Trächtigkeit und Eiablage

Einleitung
Dieser Artikel baut auf die Ausführungen des Beitrags ?Wissenswertes zur Verpaarung und Zucht? auf. Wie dort bereits ausführlich besprochen, sind für eine verantwortungsvolle und erfolgreiche Zucht bestimmte Parameter besonders wichtig. Zum einen das Alter und Gewicht der zu verpaarenden Tiere, zum anderen die gewissenhafte Auswahl der Elterntiere. Da die Kornnatter von Natur aus sehr vermehrungsfreudig ist, ergeben sich bei der praktischen Umsetzung i. d. R. keine großen Schwierigkeiten. Man sollte sich nur stets der Handlungen und Folgen bewusst sein und nicht einfach drauf los züchten. Viele Halter vergessen, dass zwei Dutzend Kornnatterbabys mit nur einem Gelege durchaus im Bereich der Normalität liegen. Und viele Kornnattern haben sogar zwei Gelege pro Jahr! Diese Kornnatter-Babys, welche in der Fachsprache als Neonaten bezeichnet werden, müssen später auch alle ein neues zu Hause finden. Abhängig von der Farbvariante kann sich dies durch die mittlerweile hohe Anzahl von Nachzuchten schwierig gestaltet.


Hinweis

An dieser Stelle möchte ich auch auf die immer wieder aufkeimende Hybridendiskussion hinweisen. Hybriden sind Nachkommen, unterschiedlicher Arten und Gattungen. Viele Halter wissen nicht, dass z. B. eine Creamsicle bereits ein Hybrid aus Pantherophis Guttatus und Pantherophis Emoryi ist. So werden aus Unwissenheit, teilweise leider auch mit Absicht, durch Zucht mit diesen Mischlingstieren wiederum Hybriden produziert. Mit jeder Verpaarung in eine reine Guttatus-Erblinie nehmen jedoch die äußerlichen Hybridenmerkmale ab, so dass nach einigen Generationen die Tiere fälschlich als Artrein verkauft werden. Hierdurch verwässert allmählich die genetische Reinheit der in Terrarien gepflegten Kornnattern.


Ein weiteres sehr häufiges Problem sind planlose bzw. ungewollte Verpaarungen. Die Geschlechtsbestimmung erweist sich leider gerade bei Anfängern immer wieder als problematisch. Als Folge dieser Fehlbestimmungen kommt es bei Gruppenhaltung zu ungewollten Verpaarungen. Auch aus diesem Grund appellieren erfahrene Halter immer wieder zur Einzelhaltung, gerade in der starken preadulten Entwicklungszeit einer Kornnatter bis zum Erreichen der alters- und gewichtmäßigen Zuchtreife.


Vorüberlegungen
Kornnattern sind Ovipar (lateinisch: oviparus, d. h. eingeboren), d. h. sie legen Eier. Mit dem Eintritt einer Samenzelle in das Ei verfestigt sich dessen Hülle zu einer Befruchtungsmembran. Die sexuelle Kopulation wurde im Artikel ?Wissenswertes zur Verpaarung und Zucht? bereits beschrieben. Die ersten 4-6 Wochen wächst das Ei im Leib der Mutterschlange heran. Nach dieser Tragzeit legt sie Eier in einer feuchtwarmen Klimaumgebung ab. Die Kornnatter betreibt danach keine Brutpflege des Geleges. Das Jungtier wird während der gesamten Entwicklung vom Dotter des Eis ernährt. Hat das Tier ein bestimmtes Entwicklungsstadium erreicht, beginnt es zu schlüpfen.


Interessantes

Interessant ist, dass einige Kornnattern selbst ohne Befruchtung durch ein Männchen Eier legen. Diese Eier sind unbefruchtet und werden aufgrund der gelblichen Farbe und einem matt-glänzenden Schimmer als Wachseier bezeichnet. Aus diesem Grund ist es anzuraten, weiblichen Kornnattern ganzjährig eine Ablagebox bereitzustellen. Eine Wetbox erfüllt, neben vielen anderen Vorteilen, auch diese Aufgabe sehr gut.

 

Trächtigkeit und Tragzeit
Ist das Weibchen trächtig bzw. tragend oder nicht?
Diese quälende Frage stellen sich Hobbyzüchter immer wieder. Sofern die Verpaarung beobachtet wurde, kann man zumindest einschätzen, wie weit die Eier in der Entwicklung sein müssen. Um festzustellen, ob ein Weibchen trächtig ist, lässt man es sanft mit der Bauchseite über die Fingerkuppen kriechen. Am besten wird dazu der Handrücken auf einen Tisch gelegt und die Finger angewinkelt. Mit den Fingerkuppen kann so der Bauch abgetastet werden. Ca. 2 Wochen nach der erfolgreichen Verpaarung sind mit dieser Methode deutlich die Eier zu spüren. Diese hoppeln quasi über die Fingerkuppen und mit viel Fingerspitzengefühl kann man diese sogar zählen. Je weiter die Entwicklung voranschreitet, desto mehr nimmt die Kornnatter im hinteren Körperdrittel an Leibesfülle (Bauchumfang) zu, teilweise sind die Eier mit bloßem Auge sichtbar. Eine Andere, jedoch Aufwendige und kostenintensive Trächtigkeitsdiagnose kann mittels einer Ultraschalluntersuchung beim Tierarzt erfolgen.

Ein weiteres Indiz ist die Ablehnung weiterer Annäherungen des Männchens durch das Weibchen. Ist das Weibchen trächtig, wird es Paarungsversuche des Männchens abwehren. Daher sollte man, wenn eine Trächtigkeit festgestellt bzw. die Verpaarung gesehen wurde, das Weibchen einzeln setzen. Bei Gemeinschaftshaltung belässt man am Besten das Weibchen in seiner gewohnten Umgebung und isoliert während dieser Zeit das Männchen. Hierdurch wird dem Weibchen der unnötige Stressfaktor einer neuen Umgebung oder eines aufdringlichen Männchens erspart.

Sowohl Männchen als auch Weibchen können in der Paarungszeit das Futter verweigern. Böcke meist in der Phase der Paarung, Weibchen eher in der Zeit vor der Eiablage. Manchmal nehmen Verweigerer doch Futter an, wenn man ihnen eine deutlich kleinere Mahlzeit anbietet, also statt einer adulten Maus mal eine leicht Behaarte (Speckie o. kleiner Springer). Lebendfresser nehmen in dieser Zeit auch lieber wehrlose, tote Futtertiere an. Aber auch hier gilt, keine Regel ohne Ausnahme. Manche Weibchen nehmen Futter noch bis kurz vor der Eiablage an. Auch wenn das Weibchen fressen würde, in den letzen beiden Wochen ist von einer Fütterung abzuraten. Der Platz für die Verdauungsorgane ist durch die Eier sehr beengt. Das zusätzliche Volumen des Futtertiers, welches durch den Darm wandert, kann den Verlauf der Eiablage stören (sog. Dystocia). Zudem können austretende Fäkalien die Eier bei der Ablage verunreinigen.

Die Zeit zwischen der Paarung und der Eiablage kann stark variieren und ist von verschiedenen Faktoren wie z. B. der Umgebungstemperatur oder dem Zeitpunkt der Befruchtung im Ovulationssyklus abhängig. Es wird sogar davon ausgegangen, dass sich die Spermien des Männchens teilweise noch im Leib des Weibchens zur Befruchtungsfähigkeit entwickeln bzw. nachreifen müssen. Männliches Sperma kann über einen langen Zeitraum im Lumen und den Falten des Eileiters gespeichert werden. Das Weibchen bestimmt somit ganz allein, wann die Ein- und Keimentwicklung ein geeignetes Stadium erreicht hat, sie selbst geeignete Ablageverstrecke findet und somit zur Trächtigkeit bereit ist. Hieraus ergibt sich das Phänomen, das Weibchen erst Monate nach der Verpaarung trächtig werden. Der Fachmann spricht dann von einer verzögerten Befruchtung (Amphigonia retardata).

Für gewöhnlich legen Kornnattern zwischen Ende März und Anfang Juli ihre Eier. Das Datum ist abhängig von dem Zeitpunkt der Paarung. Abgesehen von einer verzögerten Fortpflanzung trägt eine Kornnatter die Eier in der Regel noch 4-6 Wochen (30-40 Tage, in seltenen Fällen bis zu 60 Tage) nach der Befruchtung in sich. Die letzen 10-14 Tage vor der Eiablage kann man eine deutlich gesteigerte Aktivität erkennen. Das Weibchen ist in dieser Zeit auf der Suche eines geeigneten Eiablageplatzes, nicht selten erscheinen sie dabei hektisch und aufgeregt. Um Komplikationen zu vermeiden sollte aller spätestens in dieser Phase dem Weibchen ein geeigneter Ablagebehälter bereitgestellt werden. Bei Gruppenhaltung kann der genaue Paarungstermin nicht eindeutig bestimmt werden, der Halter kann selbst bei einer beobachtet Paarung nicht davon ausgehen, dass es die Einzige war. Daher sollte in diesem Fall schon sehr früh in der Paarungszeit ein geeigneter Ablagebehälter zur Verfügung gestellt werden. Noch besser sind sogar mehrere Ablagemöglichkeiten mit unterschiedlichen Bodensubstraten, denn auch Kornnattern haben unterschiedliche Vorlieben und somit die Auswahl.

 


Infos zur Ablagebox

Das Substrat sollte 10 ? 15cm hoch sein und mäßig feucht bzw. erdfeucht sein, niemals nass. Als Substrat für die Ablageboxen eigenen sich:

  •       Vermiculite
  •       Perlite
  •       Sphagnum Moos
  •       Feuchtes Kleintierstreu
  •       Blumenerde
  •       Zerschnittene Schwämme

Es ist ein für das Weibchen Sicherheit vermittelndes Volumen zu wählen. Der Zugang sollte ein Loch von Oben mit dem doppelten Durchmesser des Körperumfangs des trächtigen Weibchens sein.

Als geeignete Boxen haben sich erwiesen:

  •        Blickdichte Vorratsdosen
  •        Alte Verbandskästen
  •        Umgedrehte Tontöpfe

Sie Temperatur in der Ablagebox muss mindestens 22 Grad betragen, maximal 28 Grad Celsius.


Mineralische Substrate (Vermiculite, Perlite) haben bakterielle Vorteile. Organische Materialien können zur Schimmelbildung neigen. In jedem Fall sind Substrate, die deutlich nach Chemikalien oder Öl riechen zu entsorgen. Die Eier nehmen diese schädlichen Stoffe auf und die Embryonen sterben.

Bedenken sie, dass die Box der Ersatz für ein Eiablageversteck ist. Sie sollte daher der Kornnatter ein Sicherheitsgefühl geben. Daher ist die Größe genau zu überdenken und die Klimaparameter sollten eingehalten werden. Die Box sollte im Groben die anderthalb- bis zweifachen Maße des eingerollten Muttertiers haben und ca. 20-25 cm hoch sein. Die unteren 10-15 cm werden mit mäßig befeuchtetem bzw. erdfeuchtem Substrat gefüllt, das Substrat darf nicht tropfnass sein. Des Weiteren sind Temperaturen im Bereich von 22 bis 28 Grad in der Ablagebox zu gewährleisten. Der optimale Zugang zur Ablagebox hat im Durchmesser ungefähr die doppelten Körperumfangsmaße des Weibchens und führt von Oben in das Versteck.

 

Empfindet das Weibchen alle angebotenen Ablageplätze als ungeeignet, kann es zu einer verzögerten Eiablage, der sog. Eiretention kommen. Das Weibchen kann für eine gewisse Zeit die Ablage unterdrücken. Dies kostet allerdings sehr viel Kraft und Substanz. Im günstigen Fall liegen die Eier dann eines Morgens verstreut im Terrarium. Bei sehr trockener Terrarienhaltung wählen Weibchen auch gerne das Wasserbecken als feuchten Ablageort, die Eier erhalten dann keinen Sauerstoff und ertrinken. Im schlimmsten Fall führt eine verzögerte Eiablage zu einer Legenot, die bei nicht rechtzeitiger Behandlung zum Tod des Tieres führen kann!


Die Eiablage
Die Eiablage wird durch einige Signale eingeleitet. In der Regel häutet sich das Weibchen kurz vor der Eiablage noch einmal, dem sog. Pre-laying shed[1] oder auch Prenatal shed[2]. Weil sich der Umfang der Schlange um ca. 50% vergrößert hat, die Anzahl der Schuppen jedoch verändert blieb, ist die hierbei abgestreifte Haut im hinteren Drittel deutlich gedehnter als normal. Zwischen Häutung und Ablage können zwei Tage bis zwei Wochen liegen, d. h. die Häutung ist nur ein Vorab-Signal welches zeigt, dass es bald los gehen kann. Einige Züchter setzen nach der Häutung erneut den Bock zum Weibchen. Reagiert das Weibchen mit starken Abwehrreaktionen, kann mit einer Eiablage in den nächsten Tagen gerechnet werden. Nach der letzen Häutung sind die Ablageplätze daher täglich zu kontrollieren. Kommt es jedoch zu einer Verpaarung, sind die Eier sehr wahrscheinlich, obwohl alle anderen Parameter dafür sprechen, unbefruchtet. Mit viel Glück werden mit dieser kurzfristigen Verpaarung doch noch einige Eier befruchtet.


Zu beobachten

In der letzen Phase kurz vor der Eiablage bekommt der Körperquerschnitt des Weibchen eine dreieckige Tropfenform. Die Wirbelsäule wird durch die nun voluminösen Eier nach oben gedrückt und die Konturen der Eier bilden Ausbeulungen an den Flanken. Je nach Größe der Eier tritt dieser Effekt mal stärker, mal weniger in Erscheinung.


In der Natur legen Kornnattern ihre Eier an ganz unterschiedlichen Plätzen ab, es wurden Gelege in Heu und Sägemehlhaufen, an Uferböschungen, unter Wurzeln und Baumstämmen, in Erdhöhlen und dergleichen gefunden. Sie baut also in dem Sinne kein eigenes Nest. In der Terrarienhaltung zeigt die Kornnatter jedoch das deutlichste und kurzfristigste Signal durch starkes wühlen und buddeln im Bodengrund bzw. der Ablagebox. Sie gräbt mit dem Kopf und bildet mit windenden Bewegungen eine flache Kuhle, in der die Eier später platziert werden. Die Kuhle wird später durch das zurückfallende, umliegende Substrat bedeckt.

Wenige Stunden vor der Ablage verlassen viele Kornnattern das ausgewählte Versteck noch mal und verstecken sich an einem anderen Ort. Sie kehrt dann in ihr Nest zurück um die Eier schließlich abzulegen. Das Legen der Eier bedeutet für die Schlange eine enorme Kraftanstrengung und kann unter Umständen mit Pausen mehrere Tage dauern. Das Weibchen verliert mit der Eiablage bis zu 50% ihres Gewichtes. Die Legezeit variiert stark und wird zudem durch äußere Einflüsse bzw. Störungen beeinflusst. Regelmäßig legt eine Kornnatter die Eier jedoch innerhalb weniger Stunden. Dauert die Eiablage länger als 2 Tage, sollte das Tier beobachtet werden. Befinden sich Eier längere Zeit kurz vor der Kloake, sollte zur Vorsicht eine Legenot beim Tierarzt ausgeschlossen werden. Eine Legenot betrifft nicht ausschließlich das ganze Gelege, sondern kann auch im Verlauf der Eiablage auftreten, selbst wenn schon ein Teil der Eier ohne Komplikationen ausgetrieben wurden. Stören sie das Tier während der Austreibungsphase so wenig wie möglich, auch Stress kann zu Komplikationen führen. Nachdem annahmsweise alle Eier abgelegt wurden, ist das Muttertier nochmals mittels der bereits erläuterten Methode abzutasten. Hiermit wird ausgeschlossen, dass sich noch Eier im Körper der Schlange befinden.

Mit der Ablage endet zwar für das Weibchen ihre Verantwortung der Arterhaltung, dennoch zeigen einige Tiere heftige Abwehrreaktionen sobald versucht wird, die Eier zu entfernen und in den Inkubator zu überführen. Sie sollten daher zuerst vorsichtig das erschöpfte Muttertier an einen anderen, ruhigen und geschützten Ort setzten. Danach können die Eier vorsichtig aus der Ablagebox gesammelt werden.

Frisch gelegte Eier haben noch eine sehr weiche Schale und sind mit einer Art natürlichem Klebstoff überzogen. Liegen die Eier an- bzw. übereinander, sind sie schon nach wenigen Minuten miteinander verklebt. Sie bilden dann ein gemeinsames Paket. Dieses kompakte Gebilde ist stabiler als einzelne Eier und vor Drehung und Kippen geschützt. Ein weiterer Vorteil ist der Austausch von Nährstoffen, welche durch Feuchtigkeit über die Eierschale aufgenommen werden. Die Schale ist ein durchlässiger Filter, sog. semi-perembrale Membran, zusammenhängende Eier tauschen über hierüber Nährstoffe aus. Gelege, die in einem Klumpen inkubiert werden, schlüpfen daher fast zeitgleich, während bei einzeln liegenden Eiern mehrere Tage zwischen dem ersten und letzten Schlupf liegen können. Zu einem Paket verklebte Eier sollten daher nicht getrennt werden. Außerdem kann durch ziehen und drücken an den Eiern sowohl die Eierschale, als auch der Embryo beschädigt werden. In den ersten Stunden nach dem Austreiben sammelt sich im oben liegenden Teil des Eis die Luft. Es entsteht eine Luftblase. In dieser Zeit härtet auch die Schalte aus. Nach diesem Stadium dürfen die Eier keinesfalls mehr bewegt werden. Durch ein verdrehen des Eis kann das Jungtier ersticken.

 


Gute Eier, schlechte Eier


Die Anzahl der Eier ist neben der Zeugungsfähigkeit des Männchens davon abhängig, wie alt und wie schwer das Muttertier ist. Die Anzahl der Eier pendelt normalerweise von 3 bis zu 30 Stück pro Gelege, kann aber in seltenen Fällen über 40 Eier[3] betragen. Setzt das Weibchen ein Zweitgelege ab, hat dies meistens weniger Eier als das Erstgelege. Auch die Form und die äußere Oberflächenfarbe und ?struktur ist variabel. Bei kleinen Weibchen werden die Eier durch eine sehr enge Kloake ausgetrieben, sie sind daher länglich und schmal. Bei einem zahlenmäßig sehr großen Gelege sind die einzelnen Eier häufig auch kleiner und runder als bei Gelegen mit wenigen Eiern. Im Mittel sind die Eier einer Kornnatter 1,6 bis 3,9 cm lang.[4] Die Oberfläche befruchteter Eier ist rein weiß bis cremefarben und glatt. Zum Teil zeigt sich auch ein leichtes Noppenmuster oder eine farbige Schattierung. Einige Eier haben durchsichtige Stellen oder leichte Verformungen an den Enden, was eventuell auf Vitamin und Mineralienmangel des Weibchens zurückzuführen ist.

Unbefruchtete Eier, sog. Wachseier, sind meist etwas kleiner als die übrigen Eier des Geleges und haben einen gelblichen, wachsartigen Schimmer. Zum Teil sind diese Eier auch stark deformiert. Unbefruchtete Eier beginnen innerhalb weniger Tage übel zu riechen und schimmeln. Die Ursachen für unbefruchtete Eier sind vielfältig. Sowohl Weibchen, also auch Männchen können unfruchtbar sein. Dies kann temporärer Natur, bspw. aufgrund unterlassener Winterruhe, oder durch Krankheit bzw. genetisch bedingt permanent sein. Auch Weibchen, die das erste Mal trächtig sind produzieren mit ihrem ersten Gelege vermehrt unbefruchtete Eier. Zudem steigt mit zunehmender Anzahl und dementsprechend kleineren Eiern die Wahrscheinlichkeit von unbefruchteten oder abgestorbenen Eiern. Ist das Gelege wie beschrieben bereits zu einem Klumpen ausgehärtet, sollten auch unbefruchtete Eier nicht entfernt werden. Meistens liegen Wachseier jedoch abseits von den Restlichen.

Im Zweifel über ein be- oder unfruchtetes Ei, sollte man es erstmal in einer separaten Box inkubieren. Neben der äußerlichen, optischen Verifizierung von befruchteten Eiern kann man diese auch mit einer starken Taschenlampe oder einer speziellen Lampe durchleuchten, sog. Schieren,  und sich so auch den Inhalt anschauen. Ist das Ei befruchtet, zeigen schon nach wenigen Tagen deutliche Blutgefässe und Strukturen die Entwicklung eins Embryos an. Ein unbefruchtetes Ei hingegen zeigt lediglich Schattierungen.

 

Gelege eines jüngeren Weibchens, man erkennt dies an der Stäbchenform der Eier.

 


Nach erfolgreicher Ablage wird das Weibchen wahrscheinlich noch in der Ablagebox verbleiben, da es durch den Legevorgang noch extrem geschwächt ist, dennoch sollten jetzt die Eier in den vorbereiteten Inkubator überführt werden. Am günstigsten wäre hierzu, wenn das Weibchen die Ablagebox von sich aus (z.B. zum Trinken) verlassen würde, tut sie dies aber nicht, so ist die Box zu öffnen, das Weibchen vorsichtig von den Eiern zu nehmen.

Dem Muttertier kann nach der Eiablage eine kleine Mahlzeit in Form von Pinkies angeboten werden. Teilweise fressen die Weibchen direkt nach der Eiablage, viele müssen sich erst einige Tage erholen. Auf jeden Fall ist nach der Strapaze erstmal mit einer kleinen Futtermenge zu beginnen, damit sich der Magen- und Darmtrakt wieder an eine Verdauung gewöhnen kann. Regelmäßig wird auch eine sog. postnatale Häutung wenige Tage nach der Eiablage beobachtet. In dieser Phase braucht das Tier viel Energie und Ruhe um die verlorene Körpersubstanz wieder aufzubauen. Bei einer anhaltenden Futterverweigerung oder einem mehrfachen Erbrechen des Futters sollte unverzüglich ein Tierarzt aufgesucht werden. Ursache hierfür sind oft Innenparasiten, die den geschwächten Zustand des Tiers ausgenutzt haben und sich zu einer krankmachenden Befallstärke vermehrt haben. Ruhe bedeutet insofern, dass dem Tier unnötiges Handling erspart wird und es von Artgenossen, vor allem von erneut paarungswilligen Männchen getrennt wird.

 

 

 

Powered by Redaxscript 2.1.0  •  Design and realization by Marcel Rene Meissner