Lektion 4 - B) Weitere Beispiele

 Weitere Beispiele zur Lexion 4.


Beispiel 3

Noch ein Übungsbeispiel mit zwei betrachteten Loci. Wir verpaaren eine Snow hom. Amelanistic hom. Anerythristic (a•a;an•an) mit einer Wildfarbe het. Anerythristic (A•A;An•an). Die Normierung für den Anerythristic Locus ist An bzw. an.

Die Verpaarung lautet: a•a;an•an │ A•A;An•an.

1.       Nach der FOIL-Methode:

Keimzellen der Snow: a•a;an•an = (a;an), (a;an), (a;an), (a;an)

Keimzellen der Wildfarbe: A•A;An•an = (A;An), (A;an), (A;An), (A;an)

2.       Punnet-Square:

Neukombination der Keimzellen zu einer neuen Genkette.

 

 

(a;an)

(a;an)

(a;an)

(a;an)

(A;An)

A•a;An•an

A•a;An•an

A•a;An•an

A•a;An•an

(A;an)

A•a;an•an

A•a;an•an

A•a;an•an

A•a;an•an

(A;An)

A•a;An•an

A•a;An•an

A•a;An•an

A•a;An•an

(A;an)

A•a;an•an

A•a;an•an

A•a;an•an

A•a;an•an

 

 

50% des Geleges ist homozygot Anerythristic und heterozygot Amelanistic (A•a;an•an), die andere Hälfte ist in beiden Loci heterozygot (A•a;An•an). Wir können diese Tiere daher eindeutig bezeichnen als:

  • Anerythristic het. Amelanistic
  • Wildfarbe het. Amelanistic het. Anerythristic

 

Fazit der Beispiele:
Bei homozygoten Loci können wir bei den Nachzuchten durch das Uniformitätsgesetz von 100% heterozygoten Nachzuchten ausgehen. Jede Keimzelle trägt den Gendefekt! Vererbt der Partner ebenfalls Keimzellen mit einem Defekt in diesem Locus, treten sogar homozygote Nachzuchten auf (Beispiel 3). Bei heterozygoten Loci tragen nur 50% der Keimzellen den Loci, die anderen das Wild-Gen. Da wir heterozygote Genotypen optisch nicht erkennen, wissen wir nicht, welche Keimzellen der Ursprung des Schlüpflings sind (Beispiel 2).

Um die Darstellung zu vervollständigen, erläutere ich zum Abschluss dieser Lektion noch ein Beispiel mit drei betrachteten Loci.

Beispiel 4

Für diesen Übungszweck verpaaren wir eine Blizzard (a•a; ch•ch) mit einer Amelanistic het. Charcoal het. Hypomelanistic (a•a; Ch•ch; H•h). Die Normierung für den Hypomelanistic Locus ist H bzw. h. Für die Berechnung müssen wir die Normierung von Blizzard um den zusätzlich betrachteten Hypomelanistic Locus erweitern (a•a; ch•ch; H•H).

Die Verpaarung lautet: a•a; ch•ch; H•H │ a•a; Ch•ch; H•h

1.       Berechnung der Keimzellkombinationen

Blizzard:

Kombinationsmöglichkeiten der ersten beiden Loci:

a•a; ch•ch = (a;ch), (a;ch), (a;ch), (a;ch)

Alle vier Kombinationen sind mit je einem der beiden Hypomelanistic-Allele möglich:

[(a;ch), (a;ch), (a;ch), (a;ch)]; [H•H] = (a;ch;H), (a;ch;H), (a;ch;H), (a;ch;H); (a;ch;H), (a;ch;H), (a;ch;H), (a;ch;H)

 

Amelanistic het. Charcoal het. Hypomelanistic:

Ch•ch; H•h = (Ch;H), (Ch;h), (ch;H), (ch;h)

Kombiniert mit je einem der Amelanisitic-Gene:

(a•a); [(Ch;H), (Ch;h), (ch;H), (ch;h)]= (a;Ch;H), (a;Ch;h), (a;ch;H), (a;ch;h); (a;Ch;H), (a;Ch;h), (a;ch;H), (a;ch;h)

2.        Punnett-Square aufstellen.

 

(a;ch;H)

(a;ch;H)

(a;ch;H)

(a;ch;H)

(a;ch;H)

(a;ch;H)

(a;ch;H)

(a;ch;H)

(a;Ch;H)

a•a;Ch•ch;H•H

a•a;Ch•ch;H•H

a•a;Ch•ch;H•H

a•a;Ch•ch;H•H

a•a;Ch•ch;H•H

a•a;Ch•ch;H•H

a•a;Ch•ch;H•H

a•a;Ch•ch;H•H

(a;Ch;h)

a•a;Ch•ch;H•h

a•a;Ch•ch;H•h

a•a;Ch•ch;H•h

a•a;Ch•ch;H•h

a•a;Ch•ch;H•h

a•a;Ch•ch;H•h

a•a;Ch•ch;H•h

a•a;Ch•ch;H•h

(a;ch;H)

a•a;ch•ch;H•H

a•a;ch•ch;H•H

a•a;ch•ch;H•H

a•a;ch•ch;H•H

a•a;ch•ch;H•H

a•a;ch•ch;H•H

a•a;ch•ch;H•H

a•a;ch•ch;H•H

(a;ch;h)

a•a;ch•ch;H•h

a•a;ch•ch;H•h

a•a;ch•ch;H•h

a•a;ch•ch;H•h

a•a;ch•ch;H•h

a•a;ch•ch;H•h

a•a;ch•ch;H•h

a•a;ch•ch;H•h

(a;Ch;H)

a•a;Ch•ch;H•H

a•a;Ch•ch;H•H

a•a;Ch•ch;H•H

a•a;Ch•ch;H•H

a•a;Ch•ch;H•H

a•a;Ch•ch;H•H

a•a;Ch•ch;H•H

a•a;Ch•ch;H•H

(a;Ch;h)

a•a;Ch•ch;H•h

a•a;Ch•ch;H•h

a•a;Ch•ch;H•h

a•a;Ch•ch;H•h

a•a;Ch•ch;H•h

a•a;Ch•ch;H•h

a•a;Ch•ch;H•h

a•a;Ch•ch;H•h

(a;ch;H)

a•a;ch•ch;H•H

a•a;ch•ch;H•H

a•a;ch•ch;H•H

a•a;ch•ch;H•H

a•a;ch•ch;H•H

a•a;ch•ch;H•H

a•a;ch•ch;H•H

a•a;ch•ch;H•H

(a;ch;h)

a•a;ch•ch;H•h

a•a;ch•ch;H•h

a•a;ch•ch;H•h

a•a;ch•ch;H•h

a•a;ch•ch;H•h

a•a;ch•ch;H•h

a•a;ch•ch;H•h

a•a;ch•ch;H•h

 

Diese Verpaarung erzeugt vier Genotypen und zwei Phänotypen (Amelanistic und Blizzard).

Ursache hierfür ist, dass beide Tiere homozygot Amelanistic sind also alle Nachkommen ebenfalls das Amelanistic-Gen homozygot tragen. Die Chance auf jeden Genotyp beträgt 16:64 = 1:4 (25%).

Die vier möglichen Genotypen sind:

-            Amelanistic het. Charcoal (a•a;Ch•ch;H•H)

-            Amelanisttic het Charcoal het. Hypomelanistic (a•a;Ch•ch;H•h)

-            Blizzard (a•a;ch•ch;H•H)

-            Blizzard het. Hypomelanistic (a•a;ch•ch;H•h)

Wenn Sie den Artikel bis zu dieser Stelle verstanden haben, besitzen Sie nun das Handwerkszeug um eine verantwortungsvolle Verpaarung zu planen. Sofern Ihnen die Genotypen Ihrer Tiere bekannt sind, können Sie nun das Ergebnis der Verpaarung mittels der vorgestellten Methoden berechnen.

Sie sehen jedoch, dass der Aufwand dieser Berechnung mit jedem zusätzlich betrachteten Locus enorm anwächst. Bisher gibt es gleichwohl keine Farbvariante, die mehr als vier Gene homozygot trägt. In den meisten Fällen machen mehr Loci auch phänotypisch keinen Unterschied. Zum Beispiel ist eine Amelanistic Charcoal (Blizzard) bereits vollkommen weiß. Nun züchtet man noch das Bloodred-Gen mit ein und bekommt eine Amelanistic Charcoal Bloodred (Whiteout), die sich optisch nicht von Blizzard unterscheidet. Jeder weitere Gendefekt, z.B. Zeichnungsdefekte wie Motley oder Striped, haben ebenfalls keine zusätzliche Auswirkung auf den Phänotyp. Die Kombination möglichst vieler Gendefekte auf einem Tier hat ausschließlich einen genotypisch, züchterischen Grund. Je mehr Gene homozygot bei den Eltern vorhanden sind, desto höher werden die Chancen bei den Nachzuchten eine gewünschte Kombination zu erhalten (Uniformitätsgesetz). Triple oder gar quadriple homozygote Tiere sind also in erster Linie züchterisch interessant.

Die meisten Gendefekte sind rezessiv und das Wild-Gen immer dominant. Neben der rezessiven Vererbung gibt es jedoch noch co-dominante und allelische Vererbung. Mit diesen beiden Themen befasst sich Lektion 5.

 
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