Geschlechtsbestimmung

Äußerliche Merkmale

Einen einigermaßen guten Anhaltspunkt zur Geschlechtsbestimmung anhand äußerlicher Merkmale geben die unterschiedlichen Schwanzformen. Die Unterscheidung bedarf jedoch einiger Übung, denn oft ist auf den ersten Blick kein Unterschied zu erkennen.
Da beim Männchen hinter der Kloake die Fortpflanzungsorgane (Hemipenisse) liegen, ist der Übergang vom Körper zum Schwanz deutlicher zu erkennen. Wenn man genau hinschaut, kann man eine "Einschnürung" bei Übergang von Körper zum Schwanz erkennen.
In den ersten 3-4 cm vom Schwanz liegen die Penisse in zwei Hemipenistaschen, der Schwanz ist dadurch in diesem Bereich leicht ausgebeult bzw. verläuft gerade.
Das Weibchen hat einen fließenderen Übergang vom Körper zum Schwanz, der Winkel verändert sich nur leicht, jedoch stärker als beim Männchen. Der weibliche Schwanz ist kürzer.

 

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Sondierung

Am sichersten ist das Sondieren des Tiers. Eine Sondierung sollte nicht bei Tieren unter 12 Monaten durchgeführt werden, da sonst die Geschlechtsteile verletzt werden können. Sie sollte also nur von einem Arzt oder erfahrenen Züchter vorgenommen werden. Bei falscher Handhabung wird unter Umständen die Schlange schwer verletzt. Es kann z.B. zur Perforation der Hemipenis- bzw. Hemiklitoraltaschen kommen. Verletzungen dieser Art können zu Unfruchtbarkeit und sogar zum Tod des Tieres führen.

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Knopfsonden oder Sondiernadeln gibt es in verschiedenen Grössen. Die Grösse der eingesetzten Nadel richtet sich nach der Grösse und Masse des zu sondierenden Tiers.

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Beim Sondieren sollte man stets zu zweit arbeiten. Einer fixiert das Tier, während die zweite Person sondiert. Die Fixierung des Tieres ist sehr wichtig, es wird sich wehren. Es sollte eine Schwanzbewegung ausgeschlossen werden. Die Sonde ist vor dem Einführen zu desinfizieren, besser noch zu sterilisieren. Um eine bessere Gleitfähigkeit zu erreichen, wird die Sonde genässt oder mit einer Gleitcreme (Vaseline) eingeschmiert. Die Sonde wird äußerst vorsichtig und mit Drehbewegungen in eine Seite der Kloakenspalte in Richtung Schwanzende eingeführt, bis ein leichter Widerstand zu spüren ist.

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Bei einem adulten Männchen gleitet die Sonde mehrere Zentimeter in die Hemipenistasche (ca. 8-10 Schuppen, 5-7cm tief )

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Bei Weibchen kann die Sonde nur minimal in die Hemiklitorialtaschen eintreten. (ca. 2-4 Schuppen, 1-2cm tief ).


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Fehlinterpretationen ergeben sich, wenn irrtümlicherweise in eine der Abwehrdrüsen (Stinkdrüsen) eingeführt wird. Diese sind senkrecht zur Kloake angeordnet. Oder das Männchen kneift, d.h. durch Muskelkontraktion das Eindringen der Sonde verhindert. Dann kann ein Bock schon mal als Weibchen identifiziert werden.
Diese Erläuterung ist keine Anleitung!
Die Verletzungsgefahr für das Tier ist erheblich!

 


 Schuppenzählmethode

Für diese Methode wird ein sauberes ganzes Natternhemd nach der Häutung genommen.
Es werden die paarweisen Schuppen der Schwanzunterseite (Subcaudalia) gezählt. Danach zählt man die Bauchschuppen (Ventralia) bis einschließlich des Analschildes.
Am besten benutzt man einen Edding und markiert bereits gezählte Schuppen.
Die Anzahl der gezählten Subcaudalia werden von der Anzahl der gezählten Ventralia-Schuppen abgezogen.

Das Ergebnis:

  • Wert <154 = Männchen
  • Wert >=154 = Weibchen

Beispiel:
Anzahl Ventralia = 224
Anzahl Subcaudalia = 76.
Ergebnis: 224 - 76 = 148
148 < 154 = Männchen

Diese Methode ist allerdings noch nicht wissenschaftlich belegt und ist deshalb eher zur Absicherung einer anderen Methode der Geschlechtsbestimmung heranzuziehen.

 


 Poppen/Knacken

Darunter versteht man das Herausmassieren einer oder beider Hemipenisse eines jungen Kornnattermännchens (max. 6 Monate alt). Etwa 1-1,5 cm hinter der Kloake wird mit leichtem Druck in Richting Kloake massiert bzw. geschoben.
Dadurch soll erreicht werden, dass die Hemipenisse des Männchens heraustreten. Warum das passiert, lesen Sie bitte im Beitrag Fortpflanzung nach. Sind klar einer oder beide Penisse zu erkennen, handelt es sich eindeutig um ein Männchen. Die Penisse können dabei farblich glasig, rosa, weiß oder knallrot aussehen. Bei weiblichen Tieren sind bei leerer und sauberer Kloake oftmals auch sehr deutlich die beiden Scheidenöffnungen in Form zweier roten Punkte zu erkennen. Wichtig ist, keinen Gegendruck über der Kloake z.B. mit der haltenden Hand auszuüben, da sonst das Tier abführt (kotet) und dann kann man nichts mehr erkennen.

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Auch diese Methode ist äußerst umstritten und wird von vielen abgelehnt, da auch hier eine erhebliche Verletzungsgefahr für das Tier besteht. Es ist trotz dieser Beschreibung unumgänglich, sich diese Methode von einem erfahrenen Züchter zeigen zu lassen. Dennoch ist sie eine der sichersten (im Hinblick auf die Bestimmung) Methoden, das Geschlecht eines bis höchstens 6 Monate alten Jungtiers festzustellen.

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Ganz deutlich erkennt man hier die austretenden Hemipenisse. Es handelt sich also eindeutig um einen Bock (Männchen).

 


 Candeln (Durchleuchten oder Röntgen)

Mit einer starken Fotoleuchte können besonders gut helle Farbvarianten wie z.B: Snows durchleuchtet werden. Dabei hält man das Tier von der Mitte bis zur Schwanzspitze gestreckt vor eine besonders helle Lampe. Da Weibchen im hinteren Schwanzende keine Fortpflanzungsorgane haben, ist dieser Bereich wenig durchblutet und hell. Bei einem Männchen liegen dort die Hemipenisse und die Samendrüsen. Deshalb ist bei einem Männchen eine gute Durchblutung unterhalb der Kloake in Richtung Schwanzende als roter Strich zu erkennen.

Das Röntgen mit Röntgenstrahlen kann natürlich nur von einem Tierarzt und mit entsprechenden Kosten durchgeführt werden. Auch hierbei zeichnen sich auf dem Röntgenbild die hinteren Fortpflanzungsorgane des Männchens ab. Der entsprechende Arzt sollte aber hierfür ein geübtes Auge haben. Als sichere Geschlechtsbestimmung können diese Methoden nicht bezeichnet werden.



Kennzeichnung des Geschlechtes

Oft liest man in Kleinanzeigen oder Dokumentationen,
1.0 oder 1.1 o.ä. Was heißt das?

1.0 Es handelt sich um ein Männchen (Bock)
0.1 Es handelt sich um ein Weibchen
0.0.1 Das Geschlecht ist noch unbestimmt.
Die Ziffern geben an, um wie viele Tiere es sich handelt.

 

Beispiele:
1.1 ist also ein Pärchen
2.1.3 wären 2 Männer, 1 Weib und 3 Unbestimmte. 0.0.5 sind 5 unbestimmte Tiere

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