Fütterung und Futtertiere

Fragen zum Thema Fütterung und Probleme bei der Fütterung kommen in Diskussionsforen immer wieder vor.
Der vorliegende Artikel beschreibt allgemein die "normale" Fütterung. Was wird verfüttert und Fütterungsstrategien. Futterverweigerung und Methoden der Zwangsfütterung werden in einem separaten Artikel "Fütterungsprobleme" behandelt, dieser Artikel fasst die bekannten Probleme und Lösungsstrategien zusammen.

Beim Kauf einer Kornnatter bzw. Umzug in ein neues Terrarium sollte man dem Tier 5 bis 7 Tage Zeit geben, sich an die neue Umgebung und Klimaunterschiede anzupassen.
Der Transport, das Herausnehmen und die Situation ist für das Tier ein enormer Stress.
Stress reduziert die Immunabwehr des Tieres und erhöht die Anfälligkeit für Krankheiten. Die in jedem Tier in einem Normalmass vorhandenen Bakterien und Parasiten in der Darmflora können sich bei Immunschwäche massenhaft vermehren und eine "krankmachende" Anzahl erreichen. Deshalb möchte ich an dieser Stelle nochmals den Rat geben, keine Tiere zu transportieren, die:

 

  • innerhalb der letzten 3 Tage gefressen haben

  • frisch eine Krankheit überstanden haben

  • frisch geschlüpft sind

  • allgemein geschwächt sind

  • unter enormen Stress stehen

 

Lassen Sie dem Tier also Ruhe! Nehmen Sie es nicht heraus, auch wenn die Neugier noch so groß ist.

 

Was frisst eigentlich eine Kornnatter?

Schlangen sind Fleischfresser (kanivor), d.h. sie erhalten alle Nährstoffe für Körperaufbau und Aufrechterhaltung der Körperfunktionen aus anderen Futtertieren.
In der Natur ist die natürliche Beute der Kornnatter breit gefächert. Alles, was eine Kornnatter in der Lage ist zu erlegen, passt in ihr Beuteschema. Dabei gibt es natürlich regionale und saisonale Unterschiede. Vor allem kleine Nager, Reptilien (Echsen sog. Lizzards, Frösche), Vögel und selten auch mal ein Vogelei, Fisch oder in Hungernot ein Insekt. Letztere Drei gehören allerdings nicht zum regulären Speiseplan und sollten in der Terraristik nicht verfüttert werden. Die Beutetiere werden bei der Jagt von der Kornnatter umschlungen, erdrosselt und im Ganzen verschlungen.

In der Terrarienhaltung muss die Kornnatter mit einer reduzierten Speisekarte auskommen, zum Glück ist auch in dieser Hinsicht die Kornnatter sehr anpassungsfähig und relativ anspruchslos. Es werden vor allem Mäuse, Ratten und Küken verfüttert. Möglich wären aber auch Kleinvögel, Vielzitzenmäuse, Lemmminge, Wüstenrennmäuse und Hamster. Letztere haben in Deutschland allerdings einen Haustierstatus, so dass deren Verfütterung im Bekanntenkreis wohl auf viel Ablehnung stoßen wird.

Vor einigen Jahren war die Futtertierbeschaffung (Quelle) noch ein Thema, dass der angehende Terrarianer vor dem Kauf abklären sollte. Oft blieb nichts andere übrig, las die Futtertiere selber zu züchten. So wurde zwangsläufig ein Schlangenzüchter auch zum Mäuse- oder Rattenzüchter. Heute ist die Beschaffung jedoch kein großes Problem mehr, fast jeder größere Zooladen und garantiert jeder Terraristikladen hat Futtermäuse. Diese werden lebend und eingefroren verkauft. In den USA ist man noch ein Stück weiter und produziert bereits Würstchen aus Nagerfleisch.
Ein Problem, das jedoch nach wie vor existiert und sich aus bestimmten Gründen noch zuspitzt ist die Qualität der Futtertiere, dazu später mehr.


Eine Kornnatter kann nur so gut ernährt sein, wie das Tier, was sie zu fressen bekommt.

Bei der eigenen Zucht von Futtertieren weiß der Terrarianer halt, was seine Mäuse zu fressen bekommen. Ist die Nahrung der Mäuse ausgewogen und Nährstoffreich, gehen diese Nährstoffe selbstverständlich auch auf die Kornnatter über. Wurde beim Nagerfutter gespart, kann auch die Kornnatter an Vitamin- und Mineralstoffmangel leiden. Es kommt also nicht nur auf eine Gute Pflege der Kornnattern an, die Futtertiere erfordern ebenfalls Aufmerksamkeit und Pflege.

Schon aus Tierschutzgründen und gesundem Menschenverstand ist hoffentlich jedem klar, das auch den Futtertieren ein angemessenes Habitat (Umfeld / Käfig) und angemessene Lebensbedingungen zustehen, sowie später eine mit dem Tierschutz zu vereinbarende Tötung. Spielen Sie mit dem Gedanken, selber Futtertiere zu züchten, lesen Sie bitte den Artikel "Futtertierzucht" um mehr hierüber zu erfahren.
Calcium und Phosphor sind für den Skelettaufbau einer Schlange sehr wichtig und kommen im Körper in größeren Mengen vor. Ihr Mangel führt zu einer Reduzierung der Knochendichte bis hin zu Knochenverkrümmungen. Gerade bei Jungschlagen hat dies ernste Auswirkungen, da diese noch sehr schnell wachsen. Schlange wachsen ein Leben lang, mit jeder Häutung wird das alte Natternhemd, so nennt man die Haut einer Kornnatter, zu klein und wird durch eine neues ersetzt. Mit zunehmendem alter wachsen die Nattern jedoch immer langsamer.
Kleine Schlangen decken diesen hohen bedarf durch nestjunge Mäuse die mit calciumreicher Muttermilch gesäugt werden. Eine Gabe von Zusatzpräparaten ist also im Regefall bei "guten" Futtertieren nicht notwendig, im Gegenteil! Eine zu hohe Dosis von Mineralien und Vitaminen kann zu Verkalkungen (Skelettcalcifizierung) und Vitaminvergiftungen (Hypervitamosen) führen. Zur Bildung von Vitamin D3 benötigt die Kornnatter auch keine Bestrahlung mit UV oder ähnlichem.

Wie oft muss ich füttern?

Der Bedarf einer Schlange ist bis heute nicht wissenschaftlich belegt, es kann also nur vermutet werden, wie oft und wie viel eine Kornnatter an Futter benötigt. Wechselwarme Tiere wie die Kornnatter haben einen geringeren Nahrungsbedarf als zum Beispiel Säugetiere oder Vögel.

Als Richtlinie dienen Beobachtungen des Verhaltens. Das Hungergefühl der Kornnatter sollte durch Ihre Fressgier zu Ausdruck kommen. Der Aufmerksame Terrarianer wird bemerken, dass nach der Futteraufnahme die Schlange mehrere Tage nicht oder zumindest sehr wenig zu sehen ist. Sie liegt in einer Höhle oder eingegraben und verdaut Ihre Beute. Nach einigen Tagen erscheint Sie jedoch deutlich Häufiger und streift bei Einbruch der Dunkelheit durchs Terrarium herum, offensichtlich ist Sie auf erneute Nahrungssuche. Füttern Sie dann jedoch nicht sofort wieder sondern warten Sie noch ein paar Tage. Eine im Terrarium gehaltene Kornnatter sollte immer etwas hungrig gehalten werden, schließlich läuft Ihr in der Natur auch nicht regelmäßig alle paar Tage ein Maus über den Weg. In allen Belangen sollten Sie sich überlegen, wie ist es in der Natur. Viele Fragen und Probleme lassen sich mit einem Vergleich der Zustände und Bedingungen in der Natur Lösen.

Auch bei den Schlangen gibt es gute Fresser, die praktisch immer an das Futtertier rangehen und natürlich schlechte Fresser bis hin zu Futterverweigerer.

Gerade bei jungen Schlagen kommt es immer wieder vor, das Tiere nach dem Schlupf einfach nicht anfangen wollen zu fressen oder nach einigen malen einfach nicht mehr wollen. Der Behandlung dieser Problematik haben wir einen eigenen Artikel "Fütterungsverweigerer Teil1 (Jungtiere) und Teil2 (erwachsene Tiere)" gewidmet und ist nicht Thema dieses Artikels.

Junge Schlangen sollten wegen des schnelleren Wachstums und den geringen Futtermengen öfters gefüttert werden als Adulte (Erwachsene).

  • Ein Neonat (Babyschlange) sollte alle 5-7 Tage eine Babymaus bekommen, 
  • eine juvenile (halbwüchsige) Schlange alle 10-14 Tage einen Springer oder Rattenbaby und 
  • adulte (erwachsene) Tiere alle 14-17 Tage mehrere ausgewachsene Maus oder eine halbwüchsige Ratte.

Das heißt, die Futtermenge steigt mit dem Wachstum, die Häufigkeit nimmt ab. Wobei zu beachten ist, das Schlangen je nach Fütterung sehr unterschiedlich wachsen und die Alterseinteilung in Neonat/Juvenil/Adult nicht eindeutig ist.  Als grobe Faustregel sollten Sie sich merken: Der Durchmesser des Futtertieres nicht größer als das dreifache des Kopfes der Schlange sein.

 

Kornnatter.de
Mäusebabys in verschiedenen Altersstufen, Foto: B.Love/Blue Chameleon Ventures

Mit dem heranwachsen der Kornnatter sollten auch die Futtertiere grösser werden. Auf dem Bild von links nach rechte werden diese Mausgrössen als Babys (frisch geborene), Pinkies (1-4 Tage alt, unbehaart), Speckies (ca. 1 Woche alt, leicht behaart), Springer (junge behaarte) und Adult (ausgewachsene) bezeichnet.

Werden zu große Futtertiere verfüttert, werden diese nach einigen Tagen von den Schlangen in vielen Fällen wieder ausgebrochen. Dies kann ebenfalls vorkommen, wenn die Schlangen zu warm gehalten werden und die Verwesung des Futtertieres schneller geschieht als die Verdauung.
Im Normalfall ist eine Maus in 3-4 Tagen verdaut.

Der größte Teil der Maus wird vollständig von der Kornnatter aufgenommen, übrig bleibt relativ wenig Kot. Die Exkremente sind dunkelbraun bis schwarz und mit weißem Harnstoff durchzogen. Bei Verfütterung von Küken ist der Kot jedoch wesentlich heller.

Oft befinden sich im Kot der Schlange noch Reste von Federn, Haaren oder Insektenpanzerteile.
Wenn eine Schlange mal nicht frisst, ist das kein Problem. Kornnattern kommen bis zu acht Wochen (Babys 4 Wochen) ohne Nahrung aus. Auch auf Wasser kann eine Kornnatter in Ausnahmefällen bis zu 10 Tagen verzichten.

Wie frißt eine Kornnatter eigentlich?

Sobald die Kornnatter das Futtertier mit ihren Sinnesorganen (Nase, Augen, Jacobsonschen Organ) entdeckt hat, schleicht sie sich heran. Ist sie in der richtigen Position, schnellt sie blitzartig nach vorne und fixiert das Futtertier mit einem Biss. Mit ihrem Körper umwickelt sie die Brust des Futtertieres und erwürgt dieses.

Die Kornnatter läßt das Futtertier erst wieder los, wenn sie keine Atembewegung oder Herzschlag mehr spührt. Oftmals ist das Erwürgen sehr anstrengend für die Kornnatter. Sie benötigt dann einige Minuten der Erholung, bevor sie mit dem eigentlichen Fressen beginnt. Um das Futtertier zu verspeisen können Schlange ihre Kiefer aushängen. Der Kiefer einer Schlange ist geteilt. Sie kann den rechten und linken Kiefernknochen getrennt voneinander bewegen und weit auseinander dehnen. So ist es möglich, Tiere mit dreifachem Körperumfang ihres eigenen Schädels zu verspeisen.

Langsam und Stück für Stück schiebt die Kornnatter ihre Kiefer abwechselnd über das Futtertier. Sie zieht es mit Hilfe von Muskelkontraktionen in den Schlund. Dabei helfen ihr langsam schlängelnde Bewegungen, das Futtertier in den Magen zu transportieren. In dieser Phase ist sie sehr angespannt. Sie fühlet sich in dieser Situation schutzlos. Kommt man ihr zu nahe, zeigt sie ihre Erregung mit häftigem Zittern des Schwanzes. 

 

Nachdem sie das Futtertier verschlungen hat, renkt sie ihre beiden Kiefer durch kräftiges Gähnen wieder ein. Da sie mit dem Futtertier im Magen in ihrer Bewegung eingeschränkt ist, zieht sie sich zur Verdauung in ein sicheres Versteck zurück. Oft trinkt sie vorher noch ausgiebig an der Wasserstelle. Wären der Verdauungsphase kommt die Schlange nur sehr selten aus ihrem Versteck. Erst wenn das Futter verdaut ist und der nächste Hunger kommt, begibt sie sich wieder auf die Suche nach neuen Futtertieren.

 

Wie füttere ich?

Nehmen Sie die Schlange zur Fütterung aus dem Terrarium. Dies hat einige Vorteile:
 

  • Die Schlange kann keine Teile vom Bodengrund mit verschlucken, welche eventuell am Futtertier kleben.
  • Sie verhindern, dass sich mehrere Schlangen auf eine Beute schmeißen und sich ggf. gegenseitig im Futterrausch auffressen. Dies würde den Tod beider Schlangen bedeuten.
  • Sie können die Situation nutzen und die Schlange abtasten sowie nach äußeren Veränderungen untersuchen.
  • Sie können genau nachvollziehen, wer gefressen hat und wer nicht.
  • Sie schonen das Terrarium vor Verschmutzung durch Mäusekot / Urin, Blut etc.
  • Das Terrarium wird nicht mit dem Geruch von Futtertieren verwittert, was Stress für die Schlange bedeuten könnte.
  • Nicht gefressene Nager im Terrarium können die Schlangen beißen oder sogar in der Nacht annagen.

Eine Anmerkung an dieser Stelle:
Höhlen und Verstecke sollten keine lochähnlichen Eingänge haben, nach dem Fressen kann die Kornnatter mit dem Bauch und der darin befindlichen Maus stecken bleiben und sich ernsthaft die Schuppen beschädigen bzw. den Magen einschnüren. Sie bekommen das Tier mit ziehen oder drücken aus derartigen Lagen nicht mehr heraus, der einzige Ausweg ist das Aufschneiden des Gegenstandes. Derartige Probleme hatten wir schon mit Blumentöpfen, wo die gerade gefütterte Schlange im Bodenloch stecken blieb. Der Topf mußt mit einem Tuch und Hammer vorsichtig zerschlagen werden um die Schlange zu befreihen. An der gequetschten Stelle, hatte sie sich sämtliche Schuppen abgescheuert. 


Wann füttere ich?

 

Schlangen sind poikilotherm, d.h. wechselwarme Tiere. Sie nehmen die Wärme über das Sonnenlicht auf, im Terrarium über die Licht- / Wärmequelle.
Die Aktivität der Schlange ist stark von der Körperwärme abhängig. In der Natur gehen Schlangen in den frühen Abend- und Nachtstunden auf Jagdt, nachdem sie sich den Tag in der Sonne aufgewärmt haben. In der Terrarienhaltung ist daher eine Fütterung ebenfalls in die Nachmittags- oder Abendstunden zu legen. So sind die Tiere aktiv und können die Futtertiere rasch verschlingen. Bei einer morgendlichen Fütterung sind die Kornnattern noch "kalt", so kann es u.U. zu Futterverweigerungen oder zu späterem Auswürgen der Futtermaus kommen.


Umgang mit Frostfutter

Viele Kornnatterhalter verfüttern auf verschiedenen Gründen gefrorene Mäuse, Ratten oder Kücken.
Frostfutter hat verschiedene Vor- und Nachteile:

 

Vorteile

 

  • Bereits tote, aufgetaute Tiere können nicht beißen und die Schlange verlezten. "Frostfutter beißt nicht!"
  • Verschiedne Außen- und Innenparasiten werden durch das Einfrieren abgetötet (z.B. Milben).
  • Es stehen bei vernünftiger Planung immer Futtertiere in der richtigen Größe und Menge zur Verfügung.
  • Wegfall der Geruchsbelästigung und Pflegeaufwand einer Futtertierzucht.
  • Vitamine und Mineralstoff bleiben auch im Frostfutter erhalten.

 

 

Nachteile

 

  • Einmal angetautes Frostfutter darf nicht wieder eingefroren werden
  • Aufgetautes Frostfutter verdirbt sehr schnell nach dem Auftauen (ca. 1 Tag)
  • Manche Kornnattern bevorzugen Lebendfutter, nicht jede Kornnatter frißt Frostfutter
  • Die Haltbarkeit von Frostfutter beträgt ca. 6 Monate, d.h. innerhalb dieser Zeit sollte es verfüttert sein.
  • Die Qualität des Frostfutters ist stark schwankend und abhängig vom Lieferanten,
  • schlechtes Frostfutter mit Gefrierbrand kann wieder ausgewürgt werden.

 

 

 

 

Einige wichtige Grundsätze beim Verfüttern von Frosttieren:

  • Gefrorene Mäuse müssen Sie unbedingt vor dem Verfüttern vollständig auftauen! Am Besten Sie tauen die Mäuse in einem warmen Wasserbad auf (ca. 45 Minuten, je nach Größe der Maus). Es darf kein Eiskern in der Maus mehr sein, testen Sie dies durch leichten Druck mit der Futterzange auf den Körper der Maus. Sie spüren dann, ob die Maus vollständig aufgetaut ist. 
  • Erwärmen Sie die Maus durch eintauchen in warmes Wasser. Tupfen Sie die Maus danach mit Küchenpapier ab, bevor Sie die Maus der Schlange geben. So täuschen Sie der Schlange eine Körperwärme der Maus vor, viele Schlangen fressen dann besser.
  • Einmal aufgetaute Mäuse dürfen nicht wieder eingefroren werden, diese sind dann sogar giftig, d.h. nicht gefressene Mäuse sind, spätestens nach 24 Stunden, zu entsorgen!  

Wie bereits beschrieben, ist der entscheidene Vorteil von gefrorenen Mäusen, dass man Sie nach Bedarf auftauen kann und einige Parasiten, die über Futtermäuse übertragen werden wie z.B. Würmer, Darmmilben und verschiedene Einzeller, durch das einfrieren abgetötet werden. Leider hilft einfrieren jedoch nicht gegen die schlimmen nicht selten tödlichen Krankheiten wie z.B. Chryptosporidien (Überleben von -40 bis +130 Grad). Eine zuverlässige "keimfreie" Futterquelle ist daher das wichtigste Element in der Gesundheitsvorbeugung! Leider kann man die Mäusezüchter nicht kontrollieren und ist auf sein "Wort" angewiesen. Am Sichersten ist die eigene Futtertierzucht mit regelmäßigen Kot-Kontrollen. So weiß man, das die Schlange gesunde und mit allen Nährstoffen und Mineralien versorgte Mäuse zu fressen bekommt.

Lebendfütterung

Bei Fütterung mit lebenden Mäusen sollten Sie die Tiere unter Beobachtung halten. Es kann vorkommen, dass die Maus die Schlange anfängt zu attackieren und zu beißen, Dann müssen Sie sofort eingreifen und die Maus herausnehmen. Die Schlange nimmt Ihre Beute über die Augen, Nase und das Jacobsche Organ im Gaumen war. Das züngeln dien dazu, Kleinstpartikel in der Luft zum Jacobschen Organ zu führen. Hören kann eine Kornnatter nicht, sie hat keine Ohren. Jedoch können Schlangen Erschütterungen und Schallwellen sehr gut wahrnehmen. Beim Beutefang ist es erforderlich, das die Schlange auf "Betriebstemperatur" ist, d.h. sie ausreichend Wärme über die Sonne aufgenommen hat. Mit der Körperwärme steigt die Beweglichkeit und Agilität der Schlange. Eine "kalte" Schlange sucht eher die Flucht als den Angriff auf die Beute. Aus diesem Grund und da die Schlange ein Dämmerungsaktives Tier ist, füttern wir ausschließlich in den Abendstunden.

Nach der Futteraufnahme sieht man Kornnattern oft ausgiebig trinken. Sie züngeln erst das Wasser ab und kontrollieren die Qualität, dann saugen Sie das Wasser durch den Spalt im Schnauzenschild. An dieser Stelle war bei Schlupf der Schlange der Ei-Zahn, diesen verliert sie allerdings sofort nach dem Schlupf, durch diese dreieckige Öffnung züngelt die Schlange auch. Der Schlange sollte stets sauberes Wasser und alle 3-4 Tage frisches zur Verfügung stehen, mit Kot oder mit Sonstigem verunreinigtes Wasser ist unverzüglich auszuwechseln.

Warum frisst meine Kornnatter nicht?

Es gibt viele Ursachen, weshalb eine Kornnatter das Fressen verweigert. Neben Krankheiten gibt es einige grundsätzliche Ursachen:

  • Eine Kornnatter, die sich in der Häutung befindet, fühlt sich wehrloser und versteckt sich. Ihre Augen sind getrübt und die Bewegung schwerfälliger, das verunsichert die Schlange, einige werden in dieser Zeit auch aggressiv weil Sie Angst haben. Viele Tiere verweigern in dieser Phase die Futteraufnahme.
  • Eine trächtige Kornnatter frisst in der Regel einige Wochen vor der Eiablage nicht mehr. Die Eier schnüren Ihren Magen-Darm-Trakt ein und behindern die Verdauung.
  • Hat eine Kornnatter vor kurzem gebrochen, sind die sehr ätzenden Magensäfte in die Speiseröhre gelangt und verursachen Verätzungen. Sie wird dann nicht sofort wieder fressen sondern erstmal die Schleimhäute regenerieren lassen.
  • Die Temperatur im Terrarium ist zu hoch oder zu niedrig. Die Schlange ist entweder nicht in "Betriebstemperatur" oder ihr ist einfach zu heiß um fressen.
  • Die Schlange ist unter Stress, sie hat einen Umzug bzw. Transport hinter sich.
  • Neue Umgebung und neues Terrarium verunsichern die Schlange.
  • Das Futtertier ist zu groß oder verdorben.
  • Die Schlange hat erst vor kurzem gefressen und ist einfach noch nicht bereit für eine neue Nahrungsaufnahme.
  • Sie fühlt sich gestört, beobachtet oder Ähnliches.
  • Sie frisst lieber in der Nacht als Tagsüber.

Natürlich können auch verschiedene Krankheiten Ursache sein, dazu lesen Sie bitte den Artikel über Krankheiten. Vor allem ist reagieren, wenn die Kornnatter das Futter nach einigen Tagen wieder auskotzt. Krankheiten die mit der Nahrungsverweigerung im Engen Zusammenhang stehen sind: Amöben (Parasiten), Flagellaten und Chryptosporidien (Einzeller). Haben Sie einen verdacht, schicken Sie unverzüglich eine Kotprobe zu einem Labor und lassen Sie den Kot untersuchen. Alle weitern Informationen finden Sie im Artikel über Krankheiten.

Einen detaillierten Bericht in zwei Teilen zum Thema Nichtfresser finden Sie unter Haltung und Pflege. Teil 1 beschäftigt sich mit jungen Nichtfressern, Teil 2 geht auf erwachsene Tiere ein, die plötzlich die Futteraufnahme verweigern.

Hygiene ist wichtig!

Nach dem Füttern sind alle Gebrauchsgegenstände wie Futterboxen und Futterzange zu reinigen, besser noch zu desinfizieren.

Besteck wie Zangen, Scheren und Pinzetten sollten am Besten über nach in eine Sterilisationslösung eingelegt werden. Beachten Sie bei der Wahl des Desinfektionsmittels, dass nicht alle Mittel bei einigen Schlangenparasiten, vor allem Chryptosporidien, wirken!

Bei Einzelzierhaltung, d.h. wenn nur ein Tier mit dem Besteck und Futterbox in Kontakt kommt, ist eine derartige Praxis nicht notwendig, dennoch sollte auch hier jedes Tier seine eigene Futterbox haben. Kornnattern, gerade extreme Farbschläge wie z.B. die hochgezüchteten Bloodreds haben vorn ihrer natürlichen Robustheit (Immunität) einiges einbüssen müssen. Einigen Tieren reicht schon ein erhöhter Stressfaktor, um den Keimen, Parasiten und Bakterien eine Chance der explosionsartigen Vermehrung und damit einer Infizierung des Tieres zu geben. Wenn Sie mehrere Tiere halten oder sogar mehrere Zuchtgruppen halten möchten, sollten Sie noch weitergehende Vorsichtsmaßnahmen treffen.

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