Kornnatter Genetik Tutorial

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Das Genetik Tutorial stellt die Vererbungslehre nach Mendel mit Bezug zur Farbzucht der Kornnatter dar.  Im Selbststudium über fünf Lektionen ermöglicht dieses Tutorial einen Einstieg in die genetische Verberbung und Zuchttechnik bei Kornnattern. 


 

VORWORT

Kornnattern sind aufgrund der relativ einfachen Haltung und dem friedlichen Wesen beliebte Terrarienpfleglinge. Mit der Entdeckung der ersten Farbvariante (Amelanistic) nahm der Bekanntheitsgrad noch einmal rapide zu, so dass die Nachfrage und daraus folgende Kornnatterzucht einen regelrechten Boom erlebte und die Preise in die Höhe schossen. Mittlerweile gibt es weit über hundert Farbvarianten und es werden jedes Jahr mehr. Daher sind viele der schönen Farbvarianten mittlerweile für jedermann bezahlbar geworden. Dem engagierten Hobbyhalter steht somit der Weg in die interessante Farbzucht der Kornnatter offen. Bevor Sie den Zuchtgedanken allerdings weiter verfolgen, rate ich dringend zur Lektüre dieses Berichtes und weiterführender Literatur.

Haben Sie einmal das Prinzip der Farbzucht verstanden, ist eine sinnvolle Verpaarung nicht schwer – sie ist aber keinesfalls easy, wie so mancher Halter annimmt.


Kornnattern sind vermehrungsfreudig, d.h. sie können relativ einfach gezüchtet werden. Allerdings erfordert eine Zucht neben den Schritten Paarung, Brüten und Aufzucht ein gewisses Grundwissen in der Vererbungslehre. Leider tun sich die meisten Halter und selbsternannten Hobbyzüchter schwer, sich eingehend mit der Vererbungslehre zu beschäftigen. Als Resultat überschwämmen jedes Jahr zigtausend wildfarbene Nachtzuchten den Markt – der Preis für wildfarbene Kornnattern geht gen Null und wer ein wenig sucht, bekommt wildfarbene Tiere fast geschenkt. Eine traurige Tatsache dabei ist, dass die meisten dieser verramschten Tiere nicht alt werden. Bei geschenkten Tieren und problemlosem Nachschub ist der Gang zum Tierarzt für viele Menschen überflüssig – Hol' ich mir halt eine neue. Dies sollte jedoch nicht Sinn und Zweck einer Zucht sein!

Wer sich anspruchsvoll mit Kornnatter-Farbzucht beschäftigt, kommt nicht umhin, sich mit den Mendelschen Gesetzen zu beschäftigen. Ich habe versucht diesen Bericht so einfach wie möglich zu gestalten und, wenn möglich, einen direkten Bezug zur Kornnatterzucht herzustellen. Durch unterschiedliche Beispiele und alternative Formulierungen versuche ich, die Begriffe der klassischen Genetik so anschaulich wie möglich zu erläutern. Sie sollen nicht zum Genforscher avancieren, doch die hier beschriebenen Grundlagen sind obligatorisches Basiswissen für eine erfolgreiche Kornnatterzucht.

Ich möchte mich an dieser Stelle für die Unterstützung der Community auf Kornnatter.de bedanken. Viele Anregungen und Korrekturen haben zum Gelingen dieses Artikels beigetragen. Insbesondere bedanke ich mich bei Sandra Neitzel (München) und Miriam Drews (Voerde).



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EINLEITUNG

Die in diesem Artikel beschriebenen Grundlagen der Vererbungslehre (Genetik) unterliegen gewissen Regeln. Zurückzuführen sind diese Regeln auf den Augustiner-Pater Johann Gregor Mendel (1822-1884). Es erforderte jahrelange Experimente bis zu Ihrer Entdeckung. Im Garten des Klosters von Brünn, Österreich, unternahm er gezielte Kreuzungsversuche mit Pflanzen. Er arbeitete dabei hauptsächlich mit Erbsen und Rosen. Seine Beobachtungen hat Johann Mendel im Jahre 1865 unter dem Titel Versuche mit Pflanzen-Hybriden in einer Zeitschrift für Naturforscher veröffentlicht. Diese Regeln sind heute bekannt als die Mendelschen Gesetze der Vererbung.

Mit ihnen konnte Mendel als einer der ersten erklären, nach welchem Schema Eigenschaften der Eltern an ihre Nachkommen weitergegeben werden. Erst um 1900, 16 Jahre nach seinem Tod, wurden die Entdeckungen Mendels offiziell anerkannt und von den Forschern Correns, Tschermak und de Vries weiterentwickelt. In Gedenken der Leistung, die Mendel erbracht hatte, wird noch heute der züchterische Eingriff in die Vererbung alsmendeln bezeichnet.

Die Vererbungslehre ist auf alle höheren Pflanzen- und Tierarten übertragbar und funktioniert immer nach identischem Schema. Diese Schemata sollen in den folgenden Kapiteln erläutert werden.



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